Historie der Luftdichtheitsprüfung von Gebäuden und der Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden

Seit etwa Anfang der 1980er Jahre stellen Firmen wie The Energy Conservatory im US-amerikanischen Minneapolis spezielle Messgeräte zur Luftdichtheitsprüfung von Gebäuden her.

In Deutschland wurde zum Beispiel die Ingenieurgemeinschaft Bau+Energie+Umwelt GmbH im Jahr 1989 als Pionier auf den Gebieten Luftdichtheit von Gebäuden, Blower-Door-Messungen und Blower-Door Produktentwicklung tätig. Bis heute hat sich daraus die heute europaweit tätige BlowerDoor GmbH entwickelt.

 

Die gesetzlichen Vorschriften zur Luftdichtheitsprüfung von Gebäuden haben sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:

Jahr Gesetz / Dokument gültig ab Inhalt bezüglich der Luftdichtheit von Gebäuden / der Luftdichtheitsprüfung
1977    
Wärmeschutzverordnung
WSchV 1977
01.11.1977    

Für die Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern und Fenstertüren von beheizten Räumen werden Obergrenzen gemäß DIN 18055 definiert.

Die sonstigen Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche müssen dauerhaft und entsprechend dem Stand der Technik luftundurchlässig abgedichtet sein.

1982 Wärmeschutzverordnung
WSchV 1982
01.01.1984    
Keine Änderung gegenüber der WSchV 1977.
1995
Wärmeschutzverordnung
WSchV 1995
01.01.1995    

Für die Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern und Fenstertüren von beheizten Räumen gelten die gleichen Obergrenzen gemäß DIN 18055 wie bei der WSchV 1977.

Soweit die wärmeübertragende Umfassungsfläche durch Verschalungen oder gestoßene, überlappende sowie plattenartige Bauteile gebildet wird, ist eine luftundurchlässige Schicht über die gesamte Fläche einzubauen, falls nicht auf andere Weise eine entsprechende Dichtheit sichergestellt wird.

Die sonstigen Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche müssen dauerhaft und entsprechend dem Stand der Technik luftundurchlässig abgedichtet sein.

Erstmals wird für die Überprüfung der Luftdichtheit auf Bekanntmachungen im Bundesdanzeiger bezüglich der allgemein anerkannten Regeln der Technik, d.h. der aktuell geltenden Normen, verwiesen. Die WSchV 1995 selbst definiert jedoch noch keine Grenzwerte für die Luftdichtheitsprüfung.

2001 Energieeinsparverordnung
EnEV 2001
01.02.2002    

Die Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenster müssen für Gebäude bis 2 Vollgeschosse der Klasse 2 gemäß DIN EN 12207-1:2000-06 entsprechen bzw. für Gebäude ab 3 Vollgeschossen der Klasse 3.

Erstmals werden Grenzwerte für die Luftwechselzahl bei Durchführung der Luftdichtheitsprüfung gemäß DIN EN 13829: 2001-02 definiert:

  • n50 ≤ 3,0 1/h für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen,
  • n50 ≤ 1,5 1/h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen.
2004 EnEG Staffel 5,
Fachkommission Bautechnik
der Bauministerkonferenz, Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung
09.03.2004

Für den Nachweis der Luftdichtheit gemäß EnEV ist:

  • das Verfahren B gemäß DIN EN 13829 anzuwenden und
  • die Luftdichtheitsprüfung am fertiggestellten Gebäude (nach Beendigung aller die Luftdichtheitsebene tangierenden Arbeiten) durchzuführen.
2007 Energieeinsparverordnung
EnEV 2007
01.10.2007    
Keine Änderung gegenüber der EnEV 2001.
2009 Energieeinsparverordnung
EnEV 2009
01.10.2009    
Keine Änderung gegenüber der EnEV 2001.
2014 Energieeinsparverordnung
EnEV 2014
01.05.2014 Grenzwerte für alle Wohngebäude bei Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN 4108-6 / DIN 4701-10, für Wohngebäude bei Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 und Luftvolumen ≤ 1500 m³ sowie für Nichtwohngebäude mit Luftvolumen aller konditionierten Zonen insgesamt ≤ 1500 m³:
  • n50 ≤ 3,0 1/h für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen,
  • n50 ≤ 1,5 1/h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen.
Grenzwerte für Wohngebäude bei Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 und Luftvolumen > 1500 m³ sowie für Nichtwohngebäude mit Luftvolumen aller konditionierten Zonen insgesamt > 1500 m³:
  • q50 ≤ 4,5 m³/m²h für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen,
  • q50 ≤ 2,5 m³/m²h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen.

Das Messverfahren B nach DIN EN 13829: 2001-02 wird nun explizit genannt.

Keine Anforderungen an die Fugendurchlässigkeit von Fenstern, Türen und Dachflächenfenstern mehr enthalten.

2016 Verschärfung der Energieeinsparverordnung
EnEV 2014
01.01.2016 Keine Verschärfung der Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden.