Blower-Door-Test

Ausschreibungstext Blower-Door-Test

Luftdichtheitsprüfung ("Blower-Door-Test") der Gebäudehülle nach DIN EN 13829 (Differenzdruckverfahren), Verfahren B

 

Zweck der Luftdichtheitsprüfung:

(Nichtzutreffendes bitte streichen)

  • Baubegleitende Luftdichtheitsprüfung (in Anlehnung an DIN EN 13829) zur Qualitätskontrolle. Die luftdichte Ebene des Objektes ist geschlossen und noch für die Prüferin / den Prüfer zugänglich.

oder

  • Luftdichtheitsprüfung nach Fertigstellung der Gebäudehülle (gemäß DIN EN 13829) zum Nachweis der Anforderungen an die Luftdichtheit gemäß EnEV / KfW / Passivhausrichtlinie / DGNB. Alle die Luftdichtheit der Gebäudehülle beeinflussenden Bauteile sind fertiggestellt, einschließlich aller raumseitigen Wand- und Deckenbekleidungen. Durch noch folgende Arbeiten kann die erreichte Luftdichtheit nicht mehr beeinträchtigt werden.

 

Zu prüfendes Gebäude

Dem Leistungsverzeichnis liegen Grundrisse und Schnitte zum zu prüfenden Gebäude / Gebäudeteil bei.

 

Einzuhaltender Kennwert der Luftdichtheit:

(Nichtzutreffendes bitte streichen)

für Gebäude mit mechanischer Lüftung:

  • Luftwechselzahl n50 <= 0,6 1/h gemäß Passivhausrichtlinie (Passivhaus)
  • Luftwechselzahl n50 <= 1,0 1/h gemäß Passivhausrichtlinie (PHI-Energiesparhaus)
  • Luftwechselzahl n50 <= 1,5 1/h gemäß EnEV
  • Luftdurchlässigkeit q50 <= 2,5 m³/hm² gemäß EnEV

für Gebäude ohne mechanische Lüftung:

  • Luftwechselzahl n50 <= 3,0 1/h gemäß EnEV
  • Luftdurchlässigkeit q50 <= 4,5 m³/hm² gemäß EnEV

 

Vorbereitung des Gebäudes für die Luftdichtheitsprüfung:

Das Gebäude wird für das Messverfahren B gemäß DIN EN 13829 präpariert. Alle absichtlich vorhandenen Öffnungen in der zu prüfenden luftdichten Gebäudehülle werden vor der Prüfung geschlossen oder abgedichtet. Alle einstellbaren Öffnungen werden lediglich geschlossen, alle weiteren werden zusätzlich abgedichtet.

Folgende temporäre Abdichtungen sind vom Auftragnehmer vorzunehmen und im Angebotspreis zu berücksichtigen:

- ...

- ...

- ...

(Details zu den notwendigen Vorbereitungen siehe "Checkliste für die Vorbereitung eines Gebäudes oder Gebäudeteils für die Luftdichtheitsprüfung / den Blower-Door-Test" unter http://ibburkhardt.de/dokumente/Checkliste-Vorbereitung-Blower-Door-Test.pdf.)

 

Durchführung der Luftdichtheitsprüfung

beschrieben wie folgt:

  • Berechnung des Innenvolumens / der Hüllfläche des zu prüfenden Gebäudes / Gebäudeteils anhand der Baupläne mit einem 3D-CAD-System.
  • Temporäre Abdichtungen wie oben beschrieben.
  • Auf- und Abbau der Messeinrichtung.
  • Durchgang durch das Gebäude unter 50 Pa Unterdruck zur Sichtprüfung und Ortung / Suche / Dokumentation der wesentlichen Leckagen (bei Raumlufttemperatur > 15°C und Außentemperatur < 5°C mit Thermografie, sonst mit Anemometer und Kamera, wenn erforderlich mit Einsatz eines Nebelgenerators).
  • Mindestens Aufnahme einer Messreihe für Unterdruck zur Ermittlung der Luftwechselzahl n50 bzw. Luftdurchlässigkeit q50 gemäß DIN EN 13829.
  • Erstellen eines ausführlichen Prüfberichts gemäß den Vorgaben der DIN EN 13829, mit Dokumentation der vorgefundenen Leckagen.
  • Übermittlung des Prüfberichts digital im pdf-Format.

 

Geforderte Qualifikation des Luftdichtheitsprüfers:

Zur Sicherstellung der Qualität der Durchführung der Luftdichtheitsprüfung ist diese ausschließlich von einem in einer deutschen Länderingenieurkammer eingetragenen Ingenieur durchzuführen, zum Beispiel von einem Ingenieur der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

 

 

Den obigen Ausschreibungstext haben wir Ihnen auch als GAEB-fähige Textdatei aufbereitet.

Bestimmung der Löschgashaltezeit von Räumen

Ein zunehmend bedeutendes weiteres Einsatzgebiet der Blower-Door Messung ist der Brandschutz. Gemessen werden in aller Regel Serverräume, in denen im Falle eines Brandes Feuer durch spezielle Löschgase erstickt wird. Hochwertige IT-Technik kann somit vor Beschädigungen durch Löschwasser geschützt werden. Voraussetzung für den Brandschutz mit Löschgasen ist die luftdichte Raumhülle, da sie auf die "Löschgashaltezeit" erheblichen Einfluß hat.

Bei der Bestimmung der Löschgashaltezeit wird für den betreffenden Gebäudebereich eine Leckageortung bei 50 Pa sowie eine Luftdichtheitsprüfung nach DIN EN 13829 (Blower-Door-Test) durchgeführt. In diesem Zusammenhang wird diese Prüfung auch "Door-Fan-Test" genannt. Aus den gewonnenen Messdaten und den für den Brandschutz zusätzlich relevanten Daten, wie z.B. der Raumhöhe und der Art des verwendeten Löschgases, wird die Haltezeit des Löschgases im Brandfall bestimmt.

Normativ relevant für die Bestimmung der Löschgashaltezeit sind die DIN EN 15004-1:2008 und die Richtlinien VDS 2380 / VDS 2381.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Blower-Door-Test - Luftdichtheitsprüfung eines Gebäudes

Der Blower-Door-Test

Messaufbau eines Blower-Door-Tests

Unter dem Blower-Door-Test versteht man den Luftdichtheitstest eines Gebäudes. Der Name rührt daher, daß zur Prüfung in eine Türzarge (oder auch Fenster) eine provisorische Abdichtung mit einem Ventilator eingesetzt wird (=Blower-Door).

Der Luftvolumenstrom, den der Ventilator bei einer bestimmten Druckerhöhung dann aus dem Gebäude heraussaugen oder hineinblasen kann, ergibt zusammen mit dem Gebäudevolumen oder direkt mit der Hüllfläche des Gebäudes ein Maß für die (nach Norm) Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle bzw. (allgemein geläufiger und aus entgegengesetzter Sicht) für die Luftdichtheit der Gebäudehülle.

Der beim Test aufgebaute Differenzdruck von bis zu 70 Pa entspricht einer Belastung auf die Gebäudehülle von 7 kg/m², etwa wie ein kleiner Sturm.

Für Personen im Gebäude ist die Veränderung des Gebäudeinnendrucks kaum merklich. Eine Druckdifferenz von 70 Pa entspricht etwa einer Höhenveränderung in der Atmosphäre von 600 m. Die Druckänderung ist für den menschlichen Körper also etwa so, wie wenn man mit einer Seilbahn einen 600 m hohen Berg hinauf- oder herunterfährt.

 

Gründe für den Blower-Door-Test

Der Blower-Door-Test sollte an jedem beheizten oder gekühlten Neubau oder saniertem Bestandsgebäude durchgeführt werden und leistet zu folgenden Punkten einen wichtigen Beitrag:

  • Qualitätssicherung der Gewerke der Gebäudehülle.
  • Verhinderung von Bauschäden wegen Kondensation und Durchfeuchtung. Dadurch Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Gebäudekonstruktion, da Risiken verringert werden, welche die Lebensdauer der Gebäudebauteile gefährden können.
  • Vermeidung von Zugluft, dadurch Beitrag zur:
    • Sicherstellung der Behaglichkeit im Gebäude,
    • Minimierung von ungewollten Lüftungswärmeverlusten, gleichzeitig Sicherung des effizienten Betriebs mechanischer Lüftungsanlagen,
    • Sicherung der Energieeffizienz des gesamten Gebäudes, denn nur die Dämmschichten einer luftdichten Gebäudehülle können ihre Aufgabe voll erfüllen.

Die Sicherung der Energieeffizienz des Gebäudes durch Sicherstellung der Luftdichtheit leistet einen Beitrag zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit des Gebäudes und im globalen Zusammenhang einen Beitrag zum Klimaschutz.

 

Anlässe für den Blower-Door-Test

Wir führen Blower-Door-Tests typischerweise aus folgenden Anlässen durch:

  • Zum Nachweis der Luftdichtheit eines Gebäudes gemäß den Vorgaben
    • der Energieeinsparverordnung EnEV,
    • der Förderrichtlinien der KfW für ein KfW-Effizienzhaus oder für die Förderung des Einbaus einer Lüftungsanlage in ein Bestandsgebäude,
    • der Passivhausrichtlinie oder
    • einer angestrebten BNB- oder DGNB-Zertifizierung.
  • Baubegleitende Luftdichtheitsprüfung zur Qualitätssicherung der luftdichten Gebäudehülle.
  • Vor Ablauf der Gewährleistungsfrist eines neu erbauten oder sanierten Gebäudes.
  • Zur Luftdichtheitsprüfung von Reinräumen.
  • Zur Bestimmung der Löschgashaltezeit von Räumen, insbesondere von Serverräumen.
  • Zur Messung der Fugendurchlässigkeit von einzelnen Gebäudebauteilen.
  • Aufgrund von Baumängeln an Gebäudebauteilen, die luftdicht sein müssen.
  • Aufgrund von Zugerscheinungen im Winter.
  • Zur Lokalisierung von eventuellen Schwachstellen hinsichtlich Schalldämmung, insbesondere in den Anschlussbereichen von Gebäudebauteilen (Prinzip: gute Schalldämmung geht einher mit Luftdichtheit und Wärmedämmung).

 

Blower-Door-Tests an großen Gebäuden

Referenz Blower-Door-Test Angerhalle Coburg

Blower-Door-Tests an großen Gebäuden gehören zum Kern unserer Dienstleistungen. Weiterlesen >>

Checkliste zur Vorbereitung des Blower-Door-Tests

Vor der Durchführung der Luftdichtheitsprüfung an Ihrem Gebäude bzw. Bauvorhaben möchten wir Sie gerne bitten, unsere Checkliste durchzugehen:

Checkliste zur Vorbereitung eines Gebäudes oder Gebäudeteils für den Blower-Door-Test,
(98 kB)

Dichtheitsanforderung erfüllt und gut?

Die Ausführungen auf der vorigen Seite "Gesetzliche / bauphysikalisch Grundlagen des Blower-Door-Tests" könnten den Eindruck erwecken, dass mit einer gemessenen Luftwechselrate n50 , die kleiner als der Anforderungswert ist, schon alles bestens sei. Ist das so? Die Antwort lautet: Nein, leider noch nicht ganz!

 

Die Problematik lokaler Leckagen

Wie auf der Seite Grundlagen beschrieben, fordert die EnEV in §6, dass "die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist". Dies bedeutet auch, dass keine Undichtheiten vorhanden sind, die nicht "den anerkannten Regeln der Technik" entsprechen, d.h. nicht so dicht sind, wie es heute in der Praxis als üblich gilt. Dies ist jedoch eine sehr schwammige Anforderung, die leider erst dann richtig "greifbar" und relevant wird, wenn ein Schadensfall wie nachfolgend beschrieben eintritt:

Trotz erfüllter Dichtheitsanforderung kann die stets vorhandene Leckage sehr ungleich im Gebäude verteilt sein. So kann die Gebaudehülle äußerst dicht sein, aber durch eine einzige größere lokale Undichtheit in Summe verschlechtert werden.

Wie in zahlreichen Quellen zu lesen ist, z.B. im Passipedia, kann mit Feuchtigkeit angereicherte Raumluft durch eine größere lokale Undichtheit in der luftdichten Ebene hindurchdringen, auf ihrem Weg durch die Gebäudehülle abkühlen und dort kondensiert dann ein sehr großer Teil der Luftfeuchtigkeit aus. Kalte Luft kann viel weniger Feuchtigkeit speichern, als warme Luft.

In der Folge werden durch Konvektion von Raumluft durch die Gebäudehülle beträchtliche Mengen Feuchtigkeit in die Dämmebene transportiert - um ein Vielfaches mehr, als durch Diffusion durch eine "luftdichte Ebene" gelangen kann!

Nasse Dämmung hat verminderte Dämmeigenschaften, die nassen Oberflächen kühlen ab und so verstärkt sich der Effekt. Das Ganze geschieht meist unsichtbar. Andauernde Feuchtigkeit und organisches Material bilden den Nährboden für Schimmelpilze, die wiederum zum Teil extrem giftig sind und für allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen verantwortlich sein können.

Das in diesem Zusammenhang weit verbreitete "atmende Haus" ist leider ein Märchen. Ist ein Bauteil erst einmal feucht, dauert es mitunter sehr lange, bis diese Feuchtigkeit langsam wieder aus dem Bauteil heraus diffundieren kann.

 

Wann entsteht ein Bauschaden wegen Durchfeuchtung ?

Wie oben beschrieben gelangt im Winter Feuchtigkeit über Leckagen in der luftdichten Hülle in ein Bauteil wie z.B. ein Dach. Über den Sommer soll diese Feuchtigkeit dann wieder austreten können. Dieses Wechselspiel von Auffeuchtung und Trocknung lässt sich für Bauteile mit speziellen Programmen in Abhängigkeit der Luftdichtheit berechnen.

Sichere Bauschadensfreiheit besteht, wenn im Sommer stets mehr Feuchtigkeit aus dem Bauteil austreten kann, als im Winter ins Bauteil gelangt. Das Bauteil wird nach der Fertigstellung im Lauf der Jahre damit immer trockener.

Ein Bauschaden kann langfristig entstehen, wenn sich aus Auffeuchtung und Trocknung im Mittel ein Gleichgewichtszustand des Feuchtegehalts einstellt, der für Baustoffe des Bauteils zu hoch liegt, z.B. für Dachsparren.

Die Entstehung eines Bauschadens ist garantiert, wenn ständig im Winter mehr Feuchtigkeit in ein Bauteil eingetragen wird, als im Sommer austreten kann. Die Feuchtigkeit im Bauteil steigt dann immer weiter an.

 

Wie war das vor der Energieeinsparverordnung?

Warum gab es solche Problemstellungen vor vielen Jahren in Zeiten vor der EnEV noch nicht? Bis zur Geltung der Wärmeschutzverordnung 1977 wurde noch so undicht gebaut, dass die Raumluftfeuchte durch starke "Fugenlüftung" im Winter stets sehr niedrig gehalten wurde. Damit war sehr wenig Luftfeuchtigkeit vorhanden, die irgendwo auf dem Weg nach draußen auskondensieren konnte. Mit steigenden Energiepreisen und damit steigender Forderung nach Energieeinsparung wurde dann luftdichter gebaut. Bis heute sind viele Bauten zu undicht für schadensfreie Bauteile, aber zu dicht für ausreichende Fugenlüftung.

 

Lösung

Die Lösung für energieeffiziente Gebäude und die gleichzeitige Vermeidung von Feuchteschäden liegt in der Kombination folgender drei Maßnahmen:

  1. Konstruktion der Bauteile des Gebäudes mit hohem "Bauschadensfreiheitspotenzial", d.h. Auswahl von feuchteunempfindlichen Konstruktionen.

  2. Durchführung des Blower-Door-Tests und Beheben größerer lokaler Leckagen im Nachgang.

  3. Die Raumluftfeuchtigkeit im Winter stets nur so hoch ansteigen lassen, wie es für die Behaglichkeit erforderlich ist - entweder durch ausreichende Fensterlüftung, was bei heutiger Dichtheit nicht leicht einzuhalten ist und viel Engagement der Bewohner erfordert, oder besser und zuverlässiger mit einer mechanischen Lüftungsanlage.

Gesetzliche / bauphysikalische Grundlagen des Blower-Door-Tests

Erläuterungen zu verwendeten Begriffen siehe Glossar.

 

Energieeinsparverordnung EnEV 2009

Die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 ist noch gültig für Gebäude mit Bauantrag bis 30.4.2014. Diese Verordnung schreibt in §6 vor:
"Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Die Fugendurchlässigkeit aussen liegender Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster muss den Anforderungen nach Anlage 4 Nummer 1 genügen.  .... Wird die Dichtheit ... überprüft, kann der Nachweis der Luftdichtheit bei der ... [Berechnung des Jahresprimärenergiebedarfs] ... berücksichtigt werden, wenn die Anforderungen nach Anlage 4 Nummer 2 eingehalten sind."

In Anlage 4 Nummer 2 schreibt die Energieeinsparverordnung weiter folgendes vor:
"Wird bei Anwendung des § 6 Absatz 1 Satz 3 eine Überprüfung der Anforderungen nach § 6 Absatz 1 durchgeführt, darf der nach DIN EN 13829 : 2001-02 bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa gemessene Volumenstrom bezogen auf das beheizte oder gekühlte Luftvolumen – bei Gebäuden:

  • ohne raumlufttechnische Anlagen n50 = 3,0 1/h und
  • mit raumlufttechnischen Anlagen n50 = 1,5 1/h nicht überschreiten."

Eine ventilatorgestützte Lüftung von fensterlosen Sanitärräumen gemäß DIN 18017-3 macht das Gebäude noch nicht automatisch zu einem "Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen", siehe 20. Staffel der EnEV Auslegungsfragen des DIBt, Auslegung XX-6. Wird die Abluftanlage für Bad / WC in der Energiebedarfsberechnung nach EnEV nicht berücksichtigt, ist der Grenzwert n50 ≤ 3,0 1/h anzusetzen. Das heißt das betreffende Gebäude ist dennoch als "ohne raumlufttechnische Anlage" zu behandeln.

 

Neuerungen zur Energieeinsparverordnung EnEV 2014

Die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 gilt für Gebäude mit Bauantrag ab 1.5.2014.

Gegenüber der oben beschriebenen EnEV 2009 wurde Anlage 4 wie folgt überarbeitet:

  • Als Messverfahren wird nun Verfahren B nach DIN EN 13829: 2001-02 eindeutig vorgeschrieben.
  • Abweichend zu den in der EnEV 2009 beschriebenen Grenzwerten gilt für Wohngebäude, deren Jahres-Primärenergiebedarf nach DIN V 18599 ermittelt werden und deren Luftvolumen 1500 m³ übersteigt sowie für Nichtwohngebäude, deren Luftvolumen aller konditionierten Zonen nach DIN V 18599 insgesamt 1500 m³ übersteigt, daß der auf die Hüllfläche bezogene Volumenstrom folgende Werte nicht überschreiten darf:
    • bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen q50 = 4,5 m/h und 
    • bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen q50 = 2,5 m/h.

Die ab 1. Januar 2016 geltende verschärfte Stufe der EnEV enthält in Bezug auf die Anforderungen an die Luftdichtheit keine Änderungen.

 

Wann ist der Blower-Door-Test gesetzliche Pflicht ?

Zusammengefasst ist die Überprüfung der Luftdichtheit, d.h. der Blower-Door-Test, für "normale Neubauten" gemäß der gültigen Energieeinsparverordnung nur zwingend vorgeschrieben wenn:

  • In der Berechnung des Primärenergiebedarfs gemäß Energieeinsparverordnung zur Ermittlung des Lüftungswärmeverlustes mit einer Luftwechselzahl von 0,6 1/h gerechnet wird oder
  • eine mechanische Lüftungsanlage in das Gebäude eingebaut wird und diese im EnEV-Nachweis berücksichtigt wird. Denn dann wird im EnEV-Nachweis automatisch mit der verringerten Luftwechselzahl von 0,6 1/h gerechnet.

Ohne Blower-Door-Test muß der Lüftungswärmeverlust für den EnEV-Nachweis mit einer Luftwechselzahl von 0,7 1/h ermittelt werden. Dies bewirkt bei gleicher Lüftungsart um rund 17% höhere rechnerische Lüftungswärmeverluste - in manchen Fällen kann dies für den EnEV-Nachweis entscheidend sein!

Achtung: Der Einbau einer gesetzlich vorgeschriebenen Abluftanlage nach DIN 18017-3 in Sanitärräume ohne Außenfenster führt nicht automatisch zur Pflicht zum Blower-Door-Test und zum einzuhaltenden Grenzwert für Gebäude mit Lüftungsanlage. Entscheidend ist, ob die Abluftanlage nach DIN 18017-3 im EnEV-Nachweis berücksichtigt wurde oder nicht.

Abweichend von der derzeitigen gesetzlichen Regelung möchten wir die Durchführung des Blower-Door-Test auch für jeden "normalen Neubau" als Maßnahme zur Qualitätssicherung dringend empfehlen.

 

Bedeutung des Blower-Door-Tests bei Sanierungen

Prinzipiell sind energieeffiziente Gebäude nicht ohne eine hohe Dichtheit der Gebäudehülle machbar, da die Lüftungswärmeverluste durch Undichtheiten dies verhindern würden. Auch bei einer Gebäudesanierung sollte die Qualitätsüberprüfung der durchgeführten Arbeiten mit dem Blower-Door-Test obligatorisch sein.

Wird eine mechanische Lüftungsanlage in ein Bestandsgebäude eingebaut und wird diese als Einzelmaßnahme von der KfW gefördert (kein KfW Effizienzhaus), ist die Durchführung des Blower-Door-Test Bestandteil der Förderbedingungen. Die Dichtheitsanforderung bei diesem Blower-Door-Test aufgrund der geförderten Lüftungsanlage als Einzelmaßnahme ist gegenüber dem Neubau oder der Sanierung zum KfW Effizienzhaus etwas gelockert (n50 ≤ 3,0 1/h).

 

Neubau KfW Effizienzhaus 40 Plus / 40 / 55 / 70 und
Sanierung zum KfW Effizienzhaus 55 / 70 / 85 / 100 / 115 / Denkmal

Vor 01.03.2013:

Wird der reduzierte Luftwechsel 0,6 1/h in der EnEV- oder Passivhausberechnung angesetzt und / oder wird eine mechanische Lüftungsanlage eingebaut, schreibt die KfW die Luftdichtheitsprüfung verbindlich vor. Die KfW handhabt dies also analog zur oben beschriebenen gesetzlichen Pflicht.

Neubau KfW Effizienzhaus ab 01.03.2013 und ab 01.04.2016:

Bereits seit 01.03.2013 ist im Förderprogramm Energieeffizient Bauen "die Luftdichtheit der Gebäudehülle eines KfW Effizienzhauses messtechnisch zu bestimmen". D.h. die KfW verlangt im Neubau immer die Durchführung eines Blower-Door-Tests - auch in Fällen, in denen keine aus der EnEV folgernde gesetzliche Pflicht dazu besteht (siehe oben) und demnach auch kein Grenzwert verbindlich einzuhalten ist.

Das KfW Effizienzhaus 70 lief im Neubau von Wohngebäuden zum 31.03.2016 aus. Die ab 01.04.2016 geltenden Förderstufen im Neubau von Wohngebäuden sind das KfW Effizienzhaus 40 Plus, KfW Effizienzhaus 40 und das KfW Effizienzhaus 55. Für Nichtwohngebäude gibt es weiterhin eine Förderstufe KfW Effizienzhaus 70.

Das ab 01.04.2016 für Wohngebäude ebenso neu eingeführte "KfW Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten" mit vereinfachtem Nachweisverfahren enthält grundsätzlich eine mechanische Lüftungsanlage und den erforderlichen Nachweis der Luftdichtheit mit n50 ≤ 1,5 1/h.

Auch die anderen Förderstufen im Neubau mit dem regulären Nachweisverfahren werden zumeist nicht ohne mechanische Lüftungsanlagen realisierbar sein. In der Praxis wird daher für die meisten KfW Effizienzhäuser im Neubau nicht nur "die Luftdichtheit der Gebäudehülle messtechnisch zu bestimmen" sein. Vielmehr muß daher meist auch die Einhaltung des jeweils nach EnEV oder Passivhausrichtlinie geltenden Grenzwertes nachgewiesen werden.

Sanierung zum KfW Effizienzhaus seit 01.03.2013:

An die Sanierung eines Gebäudes zum KfW Effizienzhaus 55 stellt die KfW hinsichtlich der Luftdichtheit die gleichen Anforderungen wie an einen vergleichbaren Neubau.

Für alle anderen Förderstufen der Sanierung zum KfW Effizienzhaus erlaubt die KfW Sonderregelungen, siehe „Liste der Technischen FAQ“ der KfW, Kapitel 8.05. Wird eine Abluftanlage im Gebäude eingebaut, darf die Luftwechselzahl bei der Luftdichtheitsprüfung n50 = 3,0 1/h nicht überschreiten. Wird eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung angesetzt, ist im Fall der Energiebedarfsberechnung gemäß DIN V 4108-6 / DIN V 4701-10 bei Überschreitung des Grenzwertes n50 ≤ 1,5 1/h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen bei der Luftdichtheitsprüfung in Abhängigkeit der gemessenen Luftwechselzahl die Rückwärmzahl der Wärmerückgewinnung abzuwerten. Wird die Energiebedarfsberechnung nach DIN V 18599 vorgenommen, ist die gemessene Luftwechselzahl n50 direkt in die Berechnung einzusetzen, darf jedoch wiederum nicht über 3,0 1/h liegen.

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle eines KfW-Effizienzhauses 70 muss mindestens messtechnisch bestimmt werden, analog zum Neubau. Die messtechnische Bestimmung der Luftdichtheit der Gebäudehülle kann dabei entweder nach EnEV für das fertig gestellte Gebäude oder während der Bauphase als Bestandteil der Qualitätssicherung erfolgen.

Für KfW-Effizienzhäuser 115, 100 und 85 wird die Durchführung einer Luftdichtheitsmessung empfohlen. Für das KfW-Effizienzhaus Denkmal gibt die KfW in dieser Hinsicht keine Empfehlung. Sicher ist jedoch auch an solchen Gebäuden mindestens die Durchführung einer baubegleitenden Luftdichtheitsprüfung sinnvoll.

Weitere Informationen zu KfW Effizienzhäusern finden Sie direkt bei der KfW.

 

Stichprobenhafte Luftdichtheitsprüfung

Es ist grundsätzlich nicht zulässig, das Teilergebnis einer abschnittsweisen Luftdichtheitsprüfung auf das Gesamtgebäude anzuwenden. Daher sind in Deutschland stichprobenhafte Luftdichtheitsprüfungen grundsätzlich nicht gestattet, mit einer einzigen Ausnahme:

Wenn keine Pflicht zum Nachweis der Luftdichtheit gemäß EnEV besteht aber für die Erfüllung der Vorgaben der KfW die Gebäudeluftdichtheit dennoch messtechnisch zu bestimmen ist, genügt bei großen Mehrfamilienhäusern die Luftdichtheitsprüfung von mindestens 25 % der Wohnungen. Dabei muss mindestens jeweils eine Wohnung im obersten Geschoss, eine in einem Regelgeschoss und eine im untersten Geschoss gemessen werden. Bevorzugt sind Wohnungen mit den größten Außenbauteilflächen zu messen und bei Dächern in Leichtbau (z. B. Holzdach) bevorzugt Wohnungen im Dachgeschoss.

 

Eine Messreihe genügt zum Nachweis der Luftdichtheit

Das Messverfahren der DIN EN 13829 sieht die Aufnahme einer Messreihe aus mindestens 5 Punkten bei verschiedenen Druckdifferenzen zwischen innen und außen vor. Zu jeder Druckdifferenz wird der Leckageluftvolumenstrom ermittelt. Aus den einzelnen Messpunkten wird mit statistischen Methoden eine Leckagekurve errechnet. Der relevante Leckageluftstrom bei 50 Pa liegt dann auf dieser errechneten Leckagekurve.

Gemäß DIN EN 13829 sollten zwei Messreihen aufgenommen werden, eine bei Über- und eine bei Unterdruck. Für den Nachweis der Luftdichtheit, ist es jedoch auch zulässig, nur eine Messreihe bei Über- oder Unterdruck zu erstellen. Dies hat insbesondere Vorteile bei Mehrfamilienhäusern mit innenliegenden Sanitärräumen und daraus folgend vorhandenen Abluftventilatoren. Wird bei der Luftdichtheitsprüfung nur mit Unterdruck geprüft und nur eine Messreihe bei Unterdruck aufgenommen, kann statt der temporären Abdichtung der Abluftventilatoren die Funktion der integrierten Rückschlagklappen geprüft werden.

Der Vorteil der Aufnahme von Messreihen für Unterdruck und Überdruck hat den Vorteil, dass geprüft werden kann, ob Bauteile vorhanden sind, die bei einer Druckrichtung mehr Leckagen aufweisen als in entgegengesetzter Richtung. Ein gutes Beispiel hierfür sind aufeinander liegende aber versehentlich nicht verklebte Dampfbremsfolien, die zum Beispiel bei Unterdruck aneinander anliegen aber sich bei Überdruck voneinander abheben und dann zu einer höheren Leckage führen. Sind jedoch wie beispielsweise bei einem größeren Nichtwohngebäude ausschließlich massive Außenbauteile vorhanden, bringt die Aufnahme einer Messreihe für Überdruck zusätzlich zur Unterdruckmessreihe keine zusätzlichen Erkenntnisse.

 

Besondere Anforderungen an ein zertifiziertes Passivhaus

Das Passivhaus-Institut schreibt für zertifizierte Passivhäuser bei der Luftdichtheitsprüfung eine maximal zulässige Luftwechselzahl n50 ≤ 0,6 1/h vor. Diese hohe Luftdichtheit ist notwendig, damit ein Passivhaus überhaupt wie berechnet "funktionieren" kann. D.h. hier muss extrem auf die Luftdichtheit der Gebäudehülle geachtet werden. Achtung: Der Grenzwert n50 ≤ 0,6 1/h für die Luftdichtheit eines zertifizierten Passivhauses darf nicht mit der verminderten Luftwechselzahl n = 0,6 1/h in der Berechnung des Lüftungswärmeverlustes gemäß DIN V 4108-6 / DIN V 4701-10 in Verbindung gebracht werden!

Bei der Altbaumodernisierung im Standard "EnerPHit" ist eine maximale Luftwechselrate n50 ≤ 1,0 1/h zulässig. Für Gebäude, die den Passivhausstandard knapp verfehlen, jedoch noch die Bestimmungen des Standards "PHI-Energiesparhaus" einhalten, gilt ebenso der Grenzwert n50 ≤ 1,0 1/h.

Die aktuelle Version der „Kriterien für den Passivhaus-, EnerPHit- und PHI-Energiesparhaus-Standard“ vom 26.08.2016 schreibt zum Nachweis der Luftdichtheit die Aufnahme je einer Messreihe für Überdruck und Unterdruck vor sowie interessanterweise im Gegensatz zur EnEV die Durchführung der Luftdichtheitsprüfung nach DIN EN 13829 Verfahren A. Warum hier nicht wie im Geltungsbereich der EnEV das Verfahren B vorgegeben wird, ist nicht beschrieben. Im Hintergrund steht vermutlich der Gedanke, dass keine Öffnungen temporär abgedichtet werden sollen, die es an einem Passivhaus nicht geben sollte. Die Vorgabe des Verfahrens A ist jedoch im Kontext nicht logisch, da gleichzeitig empfohlen wird, die Prüfung zu einem Zeitpunkt durchzuführen, an dem die luftdichte Ebene noch zugänglich ist und Ausbesserungen vorgenommen werden können. D.h. es wird eine baubegleitende Luftdichtheitsprüfung zur Nachweisführung empfohlen. Bei solchen baubegleitenden Luftdichtheitsprüfungen sind jedoch meist zum Beispiel noch keine WCs und Waschbecken montiert weshalb die Abwasseranschlüsse temporär abgedichtet werden müssen. Das Verfahren A sieht jedoch solche temporären Abdichtungen nicht vor. In der Praxis muss also in Wirklichkeit das Verfahren B angewendet werden, bei dem solche absichtlichen Öffnungen in der Gebäudehülle abgedichtet werden dürfen.

Wir empfehlen dringend für Passivhäuser die Durchführung von 2 Luftdichtheitsprüfungen im Bauablauf:

  • Eine baubegleitende Prüfung und
  • eine Prüfung nach Fertigstellung des Gebäudes.

Siehe auch Seite Blower-Door-Test/Ablauf.

 

Blower-Door-Test bei Baumängeln

Werden an einem Gebäude Mängel bezüglich der Luftdichtheit vermutet oder festgestellt, können diese mit Hilfe des Blower-Door-Tests untersucht, genau lokalisiert und dokumentiert werden. Werden die Mängel noch während der Gewährleistungsfrist bemerkt, können diese beim Vertragspartner noch gerügt werden.

Die Gewährleistungsfristen betragen bei Bauverträgen:

  • nach BGB 5 Jahre (Werkvertrag, §634 a Abs.1 Nr.2 i.V.m. Abs.2 BGB).
  • nach VOB/B 4 Jahre (§13 Abs.4 Nr.3 VOB/B).

Bauverträge mit Privatpersonen sind immmer Werkverträge nach BGB. Bauverträge nach VOB/B können nur mit der öffentlichen Hand, gewerblichen Bauherren, Subunternehmen usw. geschlossen werden.

Die Verjährungsfrist der Mängelansprüche beginnt jeweils mit der Abnahme des Gewerkes.

 

Wer darf messen ?

Das Baurecht obliegt in der Bundesrepublik Deutschland den einzelnen Bundesländern. Uns ist kein Bundesland bekannt, welches rechtlich den Personenkreis für die Durchführung der Luftdichtheitsprüfung / des Blower-Door-Tests einschränkt. An sich darf also jeder messen. Natürlich gehört aber zur korrekten Durchführung eines Blower-Door-Tests die angemessene Fachkunde und Erfahrung.

Historie der Luftdichtheitsprüfung von Gebäuden und der Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden

Seit etwa Anfang der 1980er Jahre stellen Firmen wie The Energy Conservatory im US-amerikanischen Minneapolis spezielle Messgeräte zur Luftdichtheitsprüfung von Gebäuden her.

In Deutschland wurde zum Beispiel die Ingenieurgemeinschaft Bau+Energie+Umwelt GmbH im Jahr 1989 als Pionier auf den Gebieten Luftdichtheit von Gebäuden, Blower-Door-Messungen und Blower-Door Produktentwicklung tätig. Bis heute hat sich daraus die heute europaweit tätige BlowerDoor GmbH entwickelt.

 

Die gesetzlichen Vorschriften zur Luftdichtheitsprüfung von Gebäuden haben sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:

Jahr Gesetz / Dokument gültig ab Inhalt bezüglich der Luftdichtheit von Gebäuden / der Luftdichtheitsprüfung
1977    
Wärmeschutzverordnung
WSchV 1977
01.11.1977    

Für die Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern und Fenstertüren von beheizten Räumen werden Obergrenzen gemäß DIN 18055 definiert.

Die sonstigen Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche müssen dauerhaft und entsprechend dem Stand der Technik luftundurchlässig abgedichtet sein.

1982 Wärmeschutzverordnung
WSchV 1982
01.01.1984    
Keine Änderung gegenüber der WSchV 1977.
1995
Wärmeschutzverordnung
WSchV 1995
01.01.1995    

Für die Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern und Fenstertüren von beheizten Räumen gelten die gleichen Obergrenzen gemäß DIN 18055 wie bei der WSchV 1977.

Soweit die wärmeübertragende Umfassungsfläche durch Verschalungen oder gestoßene, überlappende sowie plattenartige Bauteile gebildet wird, ist eine luftundurchlässige Schicht über die gesamte Fläche einzubauen, falls nicht auf andere Weise eine entsprechende Dichtheit sichergestellt wird.

Die sonstigen Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche müssen dauerhaft und entsprechend dem Stand der Technik luftundurchlässig abgedichtet sein.

Erstmals wird für die Überprüfung der Luftdichtheit auf Bekanntmachungen im Bundesdanzeiger bezüglich der allgemein anerkannten Regeln der Technik, d.h. der aktuell geltenden Normen, verwiesen. Die WSchV 1995 selbst definiert jedoch noch keine Grenzwerte für die Luftdichtheitsprüfung.

2001 Energieeinsparverordnung
EnEV 2001
01.02.2002    

Die Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenster müssen für Gebäude bis 2 Vollgeschosse der Klasse 2 gemäß DIN EN 12207-1:2000-06 entsprechen bzw. für Gebäude ab 3 Vollgeschossen der Klasse 3.

Erstmals werden Grenzwerte für die Luftwechselzahl bei Durchführung der Luftdichtheitsprüfung gemäß DIN EN 13829: 2001-02 definiert:

  • n50 ≤ 3,0 1/h für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen,
  • n50 ≤ 1,5 1/h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen.
2004 EnEG Staffel 5,
Fachkommission Bautechnik
der Bauministerkonferenz, Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung
09.03.2004

Für den Nachweis der Luftdichtheit gemäß EnEV ist:

  • das Verfahren B gemäß DIN EN 13829 anzuwenden und
  • die Luftdichtheitsprüfung am fertiggestellten Gebäude (nach Beendigung aller die Luftdichtheitsebene tangierenden Arbeiten) durchzuführen.
2007 Energieeinsparverordnung
EnEV 2007
01.10.2007    
Keine Änderung gegenüber der EnEV 2001.
2009 Energieeinsparverordnung
EnEV 2009
01.10.2009    
Keine Änderung gegenüber der EnEV 2001.
2014 Energieeinsparverordnung
EnEV 2014
01.05.2014 Grenzwerte für alle Wohngebäude bei Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN 4108-6 / DIN 4701-10, für Wohngebäude bei Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 und Luftvolumen ≤ 1500 m³ sowie für Nichtwohngebäude mit Luftvolumen aller konditionierten Zonen insgesamt ≤ 1500 m³:
  • n50 ≤ 3,0 1/h für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen,
  • n50 ≤ 1,5 1/h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen.
Grenzwerte für Wohngebäude bei Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 und Luftvolumen > 1500 m³ sowie für Nichtwohngebäude mit Luftvolumen aller konditionierten Zonen insgesamt > 1500 m³:
  • q50 ≤ 4,5 m³/m²h für Gebäude ohne raumlufttechnische Anlagen,
  • q50 ≤ 2,5 m³/m²h für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen.

Das Messverfahren B nach DIN EN 13829: 2001-02 wird nun explizit genannt.

Keine Anforderungen an die Fugendurchlässigkeit von Fenstern, Türen und Dachflächenfenstern mehr enthalten.

2016 Verschärfung der Energieeinsparverordnung
EnEV 2014
01.01.2016 Keine Verschärfung der Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden.

Luftdichtheitsprüfung von Reinräumen

Wir prüfen die Luftdichtheit von Reinräumen gemäß VDI 2083 Blatt 19.

Die Luftdichtheit von Gebäuden oder größeren Gebäudeteilen prüfen wir hierbei gemäß DIN EN ISO 9972 mit unserer BlowerDoor. Dieses Prüfverfahren ist in VDI 2083 Blatt 19 unter der Bezeichnung "I.a" beschrieben. Typische Prüfobjekte für diese Luftdichtheitsprüfung sind:

  • Produktionsräume in der Pharmaindustrie,
  • Sterilisationsräume,
  • Labore und
  • Operationsräume (OP) in Kliniken / Krankenhäusern.

Bei Bedarf prüfen wir einzelne Gebäudebauteile - zum Beispiel einzelne Türen oder Fenter - mit dem Messverfahren für die Ermittlung der Fugendurchlässigkeit von Bauteilen gemäß DIN EN 12207. Dieses Messverfahren entspricht im Wesentlichen den in VDI 2083 Blatt 19 unter den bezeichnungen II.a / II.b / II.c beschriebenen Prüfverfahren.

Messung der Fugendurchlässigkeit von Bauteilen

Mit einem speziellen Messverfahren aufbauend auf dem Blower-Door-Test kann die Fugendurchlässigkeit von Fenstern und Türen gemäß DIN EN 12207 vor Ort bestimmt werden. Beispielsweise für einen Fensterbauer kann diese Messung zur Qualitätssicherung oder im Reklamationsfall von Nutzen sein.

Auf das zu untersuchende Bauteil (Fenster, Tür etc.) wird eine Folie mit Lochblende aufgebracht. Der in die Raum- oder die Wohnungstür eingebaute Blower-Door-Ventilator wird genutzt, um eine Druckdifferenz zu erzeugen, die sich in dem Hohlraum zwischen dem zu messenden Bauteil und der Folie fortsetzt. Über die Lochblende in der Folie wird der Luftvolumenstrom ermittelt, der durch die Fugen des Bauteils strömt.

Messprinzip Fugendurchlässigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 

Preise / Angebotsanfrage Blower-Door-Test

Wir erstellen für jedes Bauvorhaben gerne ein detailliertes Angebot für den Blower-Door-Test. Bitte senden Sie uns Ihre Anfrage per E-Mail an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. mit den folgenden Angaben:

  • Eingabe- oder Werkplan des betreffenden Gebäudes (Grundrisse und Schnitte) im pdf-Format,
  • Bauort, falls nicht auf dem Eingabe- / Werkplan vermerkt
  • Postanschrift des Bauherrn, falls nicht mit Ihren Kontaktdaten identisch und nicht auf dem Eingabe- oder Werkplan vermerkt,
  • wenn möglich eine Angabe zum voraussichtlichen Zweck des Blower-Door-Tests - vorgezogene baubegleitende Luftdichtheitsprüfung zur Qualitätssicherung oder Luftdichtheitsprüfung zum Nachweis der Luftdichtheit (siehe dazu "Zeitpunkt und Ablauf des Blower-Door-Tests"),
  • voraussichtlicher Ausführungszeitpunkt,
  • ggf. durch den Bauablauf bedingte Abschnitte des Bauvorhabens.

Sie bekommen von uns dann baldmöglichst ein kostenloses und unverbindliches Angebot im pdf-Format per E-Mail zugesandt.

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