Wärmedämmkonzept für die Decke Tiefgarage / EG bei Gebäuden mit monolithischen Wänden
Werden Gebäude mit monolithischen Wänden, zum Beispiel Wände aus hochwärmedämmenden Ziegelsteinen, auf einer Tiefgarage errichtet, sind optimierte Wärmebrückenverluste möglich, wenn die Decke Tiefgarage / EG ausschließlich von oben gedämmt wird. Die DIN 4108 Beiblatt 2 : 2019-06 ordnet solche optimierte Anschlüsse von Wänden auf der Tiefgarage entsprechend in der besseren Kategorie B ein (Kategorie B: ΔUWB = 0,03 W/m²K). In dieser Variante geht man allen üblichen Schwierigkeiten in Verbindung mit einer Tiefgarage - Unterzüge, Stützen usw. - aus dem Weg.
ACHTUNG: Besteht jedoch aus statischen Gründen auch nur eine einzige Geäudewand (Außenwand oder Innenwand) über der Tiefgarage oder über unbeheizten Räumen aus Stahlbeton oder Mauersteinen mit höherer Wärmeleitfähigkeit, funktioniert das Konzept der Wärmedämmung der Decke Tiefgarage / EG ausschließlich von oben nicht mehr! Dann muss das Dämmkonzept wieder komplett geändert werden. Die Decke Tiefgarage / EG ist dann möglichst wenig von oben und möglichst viel von unten zu dämmen. Ebenso sind Unterzüge und Stützen zu umdämmen und weitreichende Flankendämmungen vorzusehen!
Leider kann trotz dieser umfangreichen Maßnahmen in dieser Variante für die Planung jedoch nur noch ein Wärmebrückenzuschlag der Kategorie A, ΔUWB = 0,05 W/m²K, zum Ziel gesetzt werden. Die Kategorie B ist hier nicht mehr erreichbar. Der höhere Wärmebrückenzuschlag muss über die stärkere Wärmedämmung von Teilen der Gebäudehülle kompensiert werden, um wieder den gleichen spezifischen Transmissionswärmeverlust des Gebäudes H'T zu erreichen.
DIN 4108 Beiblatt 2 : 2019-06 - ein äußerst nützliches Werkzeug auch für Architekten / Energieberater
Das aktuelle Beiblatt 2 der DIN 4108 enthält gegenüber der Vorgängerversion von 2006 deutlich mehr Konstruktionsdetails. Aus den Details geht eine Systematik hervor, wie die beiden Kategorien A für einen Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,05 W/m²K und B für einen Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,03 W/m²K erreichbar sind.
Für Architekten / Energieberater ist es enorm hilfreich, diese Systematik zu kennen, um bereits zu Beginn, noch vor der Beauftragung der Erstellung des Gleichwertigkeitsnachweises, die richtigen Weichen in der Planung stellen zu können. Daher ist diese Norm nicht nur ein Werkzeug für uns als für die Wärmebrückenberechnung beauftragtes Fachplanerbüro. Sie ist auch ein äußerst nützliches Werkzeug für das am Bauvorhaben beteiligte Architekturbüro sowie das Energieberaterbüro.