Lüftung

Ausschreibungstext für die energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen

Zwar ist der Umfang der energetischen Inspektion durch den §12 EnEV recht gut formuliert. Dennoch sind unterschiedliche Interpretationen am Markt vorhanden, welche Leistungen im Einzelnen zu einer EnEV-gerechten energetischen Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen gehören.

Um Ihnen als Auftraggeber zu ermöglichen, dass Sie für die energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen vergleichbare Angebote mit der notwendigen Qualität entsprechend den Anforderungen der EnEV erhalten, haben wir Ihnen den nachfolgenden Ausschreibungstext für Ihre Anfrage vorbereitet.

 

 

Energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen gemäß §12 Energieeinsparverordnung

 

Allgemeine Vorbemerkung:

Vor der Abgabe eines Gebotes ist zwingend eine Besichtigung vor Ort durchzuführen!

 

Grundlagen der energetischen Inspektion:

  • Energieeinsparverordung EnEV 2014,
  • DIN SPEC 15240,
  • FGK Status-Report Nr. 5, Energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen,
  • FGK Status-Report Nr. 6, Energetische Inspektion von Kälteanlagen zur Klimatisierung,
  • FGK Status Report Nr. 17, Bewertung des Innenraumklimas.

 

Leistungsbeschreibung der energetischen Inspektion:

  • Erfassen / Inspektion der vorhandenen Anlagenkomponenten der RLT-Anlage, der Kaltwasserverteilung und der Kälteerzeugung,
  • Ermitteln der Leistungsdaten, Versorgungsbereiche/Wirkbereiche, Betriebszeiten, Nutzung, Regelungsparameter und Zonenparameter,
  • Messen von Luftvolumenströmen, Drücken und elektrische Leistungsaufnahmen an den RLT-Anlagen gemäß DIN EN 12599, inkl. fachgerechtem Herstellen und Verschließen der Messöffnungen, falls noch keine Messöffnungen vorhanden sind,
  • Erstellen der Messprotokolle zu den durchgeführten Messungen,
  • Ermitteln der internen Wärmequellen in den Versorgungsbereichen,
  • Ermitteln der vorhandenen Kühllast gemäß VDI 2078 Abschätzverfahren,
  • Bewerten der vorhandenen Raumluftbedingungen,
  • Erstellen der Energiekennwerte für Lüftung, Kaltwasserverteilung und Kälteerzeugung,
  • Erstellen von Inspektionsberichten jeweils pro Anlage mit Vorschlägen zu Verbesserungsmaßnahmen mit Abschätzung der möglichen Energieeinsparung,
  • Übermittlung des Inspektionsberichts mit Anlagen digital im pdf-Format und wenn gewünscht bis 2-fach in Papierform.

 

Vom Auftraggeber werden folgende Dokumente zur Verfügung gestellt:

(mind. zur Ansicht oder wenn möglich als pdf)

  • Datenblätter zu den Anlagen und Komponenten soweit vorhanden,
  • Anlagenschemen soweit vorhanden,
  • Strangschemen soweit vorhanden,
  • GLT-Soll-Listen soweit vorhanden,
  • Wartungsprotokolle,
  • Grundrisse und Schnitte zu relevanten Gebäudebereichen.

 

Geforderte Qualifikation des Auftragnehmers:

Zur Sicherstellung der Qualität der energetischen Inspektion ist diese ausschließlich von einem in einer deutschen Länderingenieurkammer eingetragenen Ingenieur durchzuführen, zum Beispiel von einem "Sachverständigen für die Inspektion von raumlufttechnischen Anlagen und Klimaanlagen" der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

 

Energetisch zu inspizierende Anlagen:

1.1.

Lüftungsanlage:                        xyz
Baujahr:                                   19xx
Luftvolumenstrom Zuluft:            xx.xxx m³/h
Luftvolumenstrom Abluft:            xx.xxx m³/h
Nenn-Kühlleistung:                     xx.xxx kW

Pauschal ____________________________

...

 

Den obigen Ausschreibungstext haben wir Ihnen auch als GAEB-fähige Textdatei aufbereitet.

Einregulierung von Wohnraumlüftungsanlagen

Damit die Wohnungslüftungsanlage:Luftvolumenstrommessung mit einem Flügelrad-Anemometer

  • ihre Aufgabe der Feuchtigkeitsabfuhr wie vorgesehen erfüllen kann,
  • ihre maximal mögliche Effizienz erreicht,
  • keine Zugerscheinungen verursacht und
  • möglichst wenig Geräusch verursacht,

ist die Einregulierung der Anlage dringend zu empfehlen.

Zwar werden von vielen Lüftungsanlagenherstellern Einstellwerte für die Ventile vorgegeben, jedoch liegen zwischen überschlägiger Berechnung und der Realität nicht selten Abweichungen im Luftvolumenstrom von über 50%. Oft wurden auch in den letzten Jahren Anlagen von Installateuren eingebaut und nie einreguliert - d.h. diese Anlagen laufen dann "irgendwie". Durch zusätzlichen Energieeinsatz über eine im Lüftungsgerät integrierte elektrische Nachheizung werden Zugerscheinungen und damit Reklamationen des Bauherrn vermieden. Sind die Luftvolumenströme insbesondere in Feucht- oder Schlafräumen zu niedrig, besteht trotz vorhandener Wohnraumlüftung erhöhte Gefahr von Schimmel !

Durch korrekte Einregulierung kann bei einer Wohnungslüftungsanlage auf eine Nachheizung verzichtet werden! Damit sparen Sie viel Strom. Das Schimmelrisiko ist zudem sicher minimiert !

Die Einregulierung durch uns erfolgt durch Messen aller Luftvolumenströme an den einzelnen Ventilen der Anlage mit Hilfe eines Flügelrad-Anemometers (Strömungsmessgerät) inkl. Trichter sowie nachfolgendes Verstellen der Ventile auf den Volumenstrom-Sollwert. Sind wir am letzten Ventil der Anlage angelangt, beginnt die Prozedur wieder von vorn. Dies erfolgt getrennt für Zuluft und Abluft so lange, bis die Volumenströme aller Ventile der Anlage mit einer Toleranz von +- 15% den geplanten Volumenströmen entsprechen.

Energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen

Geltungsbereich der energetischen Inspektion von Klimaanlagen gemäß Energieeinsparverordnung EnEV

Die Energieeinsparverordnung schreibt in §12 vor, daß Klimaanlagen mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von über 12 kW alle 10 Jahre einer energetischen Inspektion zu unterziehen sind.

Unter dem Begriff "Klimaanlage mit über 12 kW Leistung" werden dabei folgende Anlagen verstanden:

  • Klima- oder Teilklimaanlage (Lüftungsanlage / RLT-Anlage mit Kühlfunktion) mit mehr als 12 kW Nennkühlleistung, in Summe je Nutzungseinheit oder Gebäude
  • Raumklimageräte und Raumkühlsysteme ohne Lüftungsfunktion mit mehr als 12 kW Nennkühlleistung, in Summe je Nutzungseinheit oder Gebäude
  • andere Kühlsysteme mit mehr als 12 kW Nennkühlleistung und Nutzung im Anwendungsbereich der EnEV, wie z.B. direkte oder indirekte Verdunstungskühlung (adiabate Kühlung), freie Kühlung über Kühlturm, geothermische Kühlung, Grund- und Oberflächenwasserkühlung usw.

Für die Durchführung der energetischen Inspektion ist der Anlagenbetreiber verantwortlich. Die Bescheinigung über die Durchführung muß auf Verlangen der nach Landesrecht zuständigen Behörde vorgelegt werden.

Wetterfeste Lüftungsanlagen auf einem Dach

Umfang der Inspektion gemäß EnEV §12

"Die Inspektion umfasst Maßnahmen zur Prüfung der Komponenten, die den Wirkungsgrad der Anlage beeinflussen, und der Anlagendimensionierung im Verhältnis zum Kühlbedarf des Gebäudes. Sie bezieht sich insbesondere auf:

  1. die Überprüfung und Bewertung der Einflüsse, die für die Auslegung der Anlage verantwortlich sind, insbesondere Veränderungen der Raumnutzung und -belegung, der Nutzungszeiten, der inneren Wärmequellen sowie der relevanten bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes und der vom Betreiber geforderten Sollwerte hinsichtlich Luftmengen, Temperatur, Feuchte, Betriebszeit sowie Toleranzen, und
  2. die Feststellung der Effizienz der wesentlichen Komponenten.

Dem Betreiber sind Ratschläge in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen für Maßnahmen zur kostengünstigen Verbesserung der energetischen Eigenschaften der Anlage, für deren Austausch oder für Alternativlösungen zu geben."

Eine Klimaanlage ist erstmals 10 Jahre nach der Inbetriebnahme der Anlage oder der Erneuerung wesentlicher Bauteile einer energetischen Inspektion zu unterziehen.

 

Als Anlagenbetreiber können Sie enorm von der energetischen Inspektion profitieren

Ihnen als Anlagenbetreiber bietet die energetische Inspektion die Möglichkeit zu beträchtlichen Kosteneinsparungen! Erfahrungsgemäß werden die meisten Lüftungs- und Klimaanlagen bis jetzt nicht optimal betrieben, aus unterschiedlichsten Gründen. Schon kleine Optimierungen im Betrieb sparen Ihnen über die nächsten 10 Jahre bis zur nächsten Inspektion sehr viel Geld!

Man bedenke zum Beispiel, daß bei einem Ventilator einer RLT-Anlage die Leistungsaufnahme in der 3. Potenz mit dem geförderten Volumenstrom ansteigt. Lässt der Bedarf entsprechend der Nutzung eine Reduzierung des Volumenstroms zum Beispiel um 10% zu, sinkt der Stromverbrauch des Ventilators gleich um satte 28%. Um solche Optimierungspotenziale aufdecken zu können, ist eine entsprechend gewissenhafte Durchführung der energetischen Inspektion der RLT-Anlage erforderlich. Aus diesem Grund gehören die Arbeitsschritte:

  • Messen von Luftvolumenströmen, Drücken und elektrische Leistungsaufnahmen mit Erstellen der Messprotokolle,
  • Ermitteln der internen Wärmequellen in den Versorgungsbereichen,
  • Ermitteln der vorhandenen Kühllast gemäß VDI 2078 Abschätzverfahren

für uns zum festen Bestandteil der energetischen Inspektion einer jeden RLT-Anlage gemäß EnEV.

 

Zusätzliche Leistungen

Auf Wunsch übernehmen wir im Zuge der energetischen Inspektion gemäß EnEV auch zusätzliche Aufgaben wie zum Beispiel die Erstellung von Bestandsdaten, Anlagenschemen und Strangschemen.

 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Energetische Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen

Wir führen energetische Inspektionen von Lüftungs- und Klimaanlagen nach §12 der Energieeinsparverordnung EnEV durch.

Die Inspektion besteht aus einer umfassenden Bewertung der Anlagentechnik, der Nutzung und der baulichen Gegebenheiten. Auf Wunsch übernehmen wir im Zuge der energetischen Inspektion auch zusätzliche Aufgaben.

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Raumluft absaugende Anlagen und Feuerungsstätten

Sind in einem Gebäude Raumluft absaugende Anlagen wie eine Wohnraumlüftungsanlage, Dunstabzugshaube mit Abluft nach draußen, Warmluftheizungsanlage oder Abluftwäschetrockner im Luftverbund mit einer raumluftabhängigen Feuerungsstätte installiert, ist es möglich, daß aus der Feuerungsanlage von dieser Abgase angesaugt werden. Verbrennungsgase gelangen dann statt aus der Feuerstätte in den Schornstein aus der Feuerstätte heraus in den Raum. Besonders bei einer Holzfeuerung droht dann Erstickungsgefahr für im Raum befindliche Personen. Besonders leicht geschieht dies bei ungünstigen Wetterlagen oder kurz nach dem Anfeuern, also in Fällen mit geringem Schornsteinzug. Bereits sehr kleine Druckdifferenzen von wenigen Pascal in die falsche Richtung können gefährlich werden.

Die Bauordnungen und Feuerungsverordnungen der Bundensländer schreiben deshalb für die Kombination von Feuerstätten und Lüftungseinrichtungen bestimmte bauliche Bedingungen vor.

 

Bei raumluftunabhängiger Feuerungsanlage

Keinerlei Schwierigkeiten gibt es, wenn die komplette Feuerungsanlage, also ein Ofen oder Kessel sowie die Verbrennungsluftansaugung und der Schornstein, vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Form einer Zulassung als raumluftunabhängig eingestuft sind. Vorsicht: Ist jedoch nur eine der genannten Komponenten vom DiBt nicht als raumluftunabhäng zugelassen, ist das ganze System nicht mehr raumluftunabhängig.

 

Bei raumluftabhängiger Feuerungsanlage

Bezieht die Feuerungsanlage ihre Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum, ist sie also raumluftabhängig, sind Sicherheitseinrichtungen notwendig, unabhängig vom Brennstoff der Feuerungsstätte:

  • Bei örtlichen Lüftungseinrichtungen wie einer Dunstabzugshaube mit Abluft nach draußen oder einem Abluft-Wäschetrockner genügt oft ein einfacher Fensterkontakt. Damit kann das betreffende Gerät erst betrieben werden, wenn das Fenster im Raum gekippt wird, an das der Fensterkontakt montiert ist.

  • Installierter DifferenzdrucksensorWirkt die Lüftung raumübergreifend, wie bei der kontrollierten Wohnraumlüftung mit mehreren Ablufträumen, wird ein Differenzdrucksensor notwendig. Hierbei wird je nach Ausführung des Sensors entweder die Druckdifferenz vom Auftstellraum der Feuerungsstätte nach draussen gemessen oder die Druckdifferenz zwischen dem Rauchrohr der Feuerungsstätte und dem Aufstellraum. Der Differenzdrucksensor wird an eigens dafür vorgesehene Kontakte am Lüftungsgerät angeschlossen. Zwar haben moderne Geräte zur Wohnungslüftung eine Konstantvolumenstromregelung und den Abgleich von Zuluft- und Abluftvolumenstrom, sodass an sich kein Unterdruck durch die Anlage erzeugt werden kann, jedoch besteht in einem Störungsfall immer noch ein Restrisiko, weshalb diese (nicht vom DIBt geprüften) Regelungsfunktionen leider nicht als Sicherung gegen gefährlichen Unterdruck gelten.
    Natürlich können dann außer dem Lüftungsgerät auch andere Raumluft absaugende Anlagen wie zum Beispiel eine Dunstabzugshaube mit Abluft an den Differenzdrucksensor angeschlossen werden. Die verschiedenen Geräte müssen eventuell auf unterschiedliche Weise eingebunden werden, weshalb zusätzliche Relais und ähnliches notwendig werden können. Wie die Absicherung gegen Unterdruck für alle Geräte umgesetzt werden kann, ist daher mit Ihrem Elektriker abzustimmen.

  • Mittlerweile sind auch Wohnraumlüftungsgeräte am Markt mit integrierter DIBt-zugelassener Sicherheitseinrichtung. Die Praxis zeigt, daß diese integrierten Sicherheitseinrichtungen (zumindest bis jetzt) sehr emfindlich sind und daher unvorhergesehene Reaktionen im Betrieb haben können.

 

In jedem Fall ist Ihr örtlich zuständiger Schornsteinfeger bereits im Vorfeld zu Rate zu ziehen, ob und in welcher Form Sicherheitseinrichtungen notwendig sind ! Ihr Schornsteinfeger muß bei der Abnahme der Feuerungsstätte auch die gegebenenfalls notwendige Sicherheitseinrichtung begutachten.

Wohnraumlüftung

Seit dem Beginn unserer freiberuflichen Tätigkeit im Jahr 2008 sind wir im Bereich der Wohnraumlüftung tätig. Gerne möchten wir Ihnen hier Informationen zu diesem Tätigkeitsgebiet bieten.

CAD-Modell einer Wohnraumlüftungsanlage